Fortsetzung Kinderwoche in Gherla

Zweiter Bericht aus Gherla

Unser Schweizertag am Donnerstag wurde zum Erfolg. (Ausnahme machte natürlich einmal mehr das Essen. Die Älpermacaroni waren so fremd...) Das Leiterteam und die vier Kindergruppen wurden neu auf acht Gruppen aufgeteilt, wo sie rotierend acht verschiedene Posten zu erledigen hatten. Gefragt war Geschicklichkeit, Glück, Gefühl, Beobachtungstalent und vieles mehr. Und vor allem, jede Gruppe musste im Team arbeiten, um ans Ziel zu kommen. Der letzte zusätzliche neunte Posten war das Abendessen in Gruppen zuzubereiten. Sie durften je zwei belegte Brote mit einem Gesicht darauf machen. Um die Aufgabe zu erfüllen war es wichtig, sich an die gegebenen Regeln zu halten.Wer gegen diese verstoss, verlor von den Punkten, die sie am Nachmittag in den verschiedenen Aufgaben sammeln konnten.
Unsere Kinder kommen aus verschiedensten Familienverhältnissen, die ihnen das Leben in der Gemeinschaft mit andern oft zum Konkurrenzkampf macht. Doch an diesem Nachmittag erlebtenwir eine Kinderschar mit grosser Hingabe. Voller Ehrgeiz bestritten sie als Team ihre Aufgaben. Ihre Konzentration und und Sorgfalt im Ausführen der Aufgaben liess mich staunen. Es war Ruhe und gute Atmosphäre im Raum, während sie die Brote kreirten! Und ihre Kretivität kannte kaum Grenzen. Alle zeigten uns voller Stolz ihre Kreationen, einige erzählten mir dazu auch ihre Geschichte, weshalb das eine Gesicht lächelt und das andere traurig ist.

Die Fortschritte der Kinder freuen uns sehr. Wir spüren, wie sie sich gegenseitig wertschätzen, Freundschaften gewachsen sind und die Leiter ihre Vorbilder sind.

Der Freitagabend, zugleich der Schlussabend mit den Eltern zeigte uns dies deutlich. Die Eltern waren eingeladen, mit uns zu feiern. Gemeinsam mit ihren Kindern spielten sie Awanda-Spiele. Anschliessend gabe es Abendessen. Das Finale war die Abendversammlung. Wir stiegen ein mit den Campliedern. Anschliessend spielte jede der vier Gruppen ein Anspiel aus der Bibel vor, das sie vorbereiteten zu den Themen der Tage. Wir spürten, es ging hier um mehr, als dass die Kinder es einfach spielten. Gott berührte die Herzen und das wurde sichtbar. Claudiu teilte mit uns die Geschichte vom verlorenen Sohn. Einmal mehr staunte ich über ihn, wie Gott ihn befähigt gerade den materiell armen Menschen Gottes Liebe und Errettung zu bringen. Die persönlichen Zeugnisse, auch von Kindern, liessen einige der Eltern heimlich die Tränen abwischen. Zum Schluss wurden die Gruppen prämiert und die Leiter verdankt. Hier kamen die Fans so richtig zum Tragen. Man spürte die Begeisterung für unsere feine Leiterschaft. Das Abschiednehmen blieb nicht ohne Tränen. Gerade die Teenies wussten, dass sie zu Hause nicht so getragen sind wie von den Leitern. Die Bereitschaft, in diesen Momenten mit den Teenies nochmals zusammenzusein, ihnen ihre Freundschaft zu schenken, waren von Gott geschenkt und bringen die Teenies weiter.

Wir sind sehr dankbar für Gottes Wirken in diesen Tagen. Gottes Wort kehrt nicht ohne Frucht zurück. Wir konnten erleben, wie die Kinder gepackt waren von dem, was sie hörten, wie sie bereit waren, sich für das Wort Gottes zu öffnen. Das ganze Camp hindurch staunte ich über die Ruhe und die gute Atmosphäre. Die Kinder waren bereit zum Hören und Umsetzen. Wir erleben, wie über all die Jahre Frucht wächst. Danke Herr!!!

Gott schenkte uns eine feine Leiterschaft. Die gemeinsamen Zeiten am Morgen im Leitergebet, am Abend im Spezialprogramm für die Leiter waren reich gesegnete Zeiten. Wir beteten gemeinsam für das Wirken Gottes, erlebten, wie Gott uns beschenkt mit Geduld und Liebe für diese Kinder. Die Leiterschaft hat eine feine Sicht entwickelt. Dies prägte sehr.
Wir hatten viele gemeinsame Momente, wo wir uns gegenseitig von den verschiedensten Seiten näher kennenlernen konnten oder vielleicht auch mussten. So gab es Momente zum Lachen, andere, die seriös gelöst werden musste und andere, wo wir unsere verschiedenen Kulturen spürten. Zum Beispiel schickte ich sie am Donnerstagabend aus, jemandem in Gherla eine Blume und ein Paket Schweizerbisquits zu schenken. Dies schien zu Beginn unheimlich schwierig zu sein. Doch als sie zurückkamen, waren sie persönlich reich beschenkt durch die Begegnung und wir als Team, was jedes zu erzählen hatte.

Eine der immer wieder auftretenden Differenzen waren unsere Esskulturen. Man glaubts dann doch kaum, wie man über ein soches Thema verschiedener Meinung sein kann... Und wir sind nur 1500km von einander entfernt.

Am Samstagmorgen hatten wir unsere letzte gemeinsame Zeit vor Gott. Dankbar, vertrauend, dass Gott das Angefangene weiterführt!!

Endlich, am Samstagnachmittag hatten wir Schweizer Zeit, uns Gherla etwas näher anzusehen. Wir genossen die Ruhe, bevor es am Sonntagmorgen nach Fofeldea zu den andern Schweizern geht. Doch Regula bekam bereits wieder Besuch. Ich glaube, sie hat sich in den wenigen Tagen hier einen riesigen Fanclub aufgebaut. Einige der Teenies von der Baptistengemeinde besuchten Regula hier. Sie konnte es kaum fassen, dass man sie hier aufsucht.

Nun gilt es, weiter zu gehen, Abschied zu nehmen von viel Wertvollem und zu vertrauen, dass Gott mit diesen Menschen hier in der Stadt weiter geht.

Herzlichen Dank für eure Gebete!

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